Sandspieltherapie

Pressemitteilung, Dienstag 31. Juli 2012

Herborner Beratungsstelle hat mit der narrativen Sandspieltherapie eine neue Therapieform eingeführt

Die Mitarbeiter der Herborner Beratungsstelle haben kürzlich eine besondere Therapieform – die narrative Sandspieltherapie – eingeführt. Diese Therapieform eignet sich besonders für die Arbeit mit Kindern und soll den Betroffenen Unterstützung in verzwickten Lebenslagen geben.

„Oft wissen die Hände ein Geheimnis zu enträtseln, an dem der Verstand sich vergebens mühte“ (C.G. Jung) Dieser Verbindung zwischen Unterbewusstem und Gestaltungswillen macht sich die Sandspieltherapie zunutze, bei der Kinder in Sandkästen Szenen gestalten, deren Themen rein sprachlich schwer zu fassen sind. Bei der narrativen Sandspieltherapie bauen Kinder mit Miniaturfiguren Szenen einer Geschichte im Sand auf. Häufig wird dadurch erst der Blick des Kindes auf eine schwierige Situation nachvollziehbar. Die szenische Darstellung ist dabei wesentlich eindrücklicher, als ein verbaler Bericht es sein könnte. Durch Veränderungen im Sandbild ist es möglich, verschiedene Ansätze für Veränderungen in der Realität zu entdecken und auch auszuprobieren. Innere Bilder geraten in Bewegung, wenn im Sandkasten mögliche Lösungen inszeniert werden. Sandbilder, die stets weitergebaut werden, bergen die Chance, andere Bilder der Wirklichkeit zu konstruieren, sodass aus Problemgeschichten Lösungsgeschichten werden.

Beispiel: Leon leidet unter Trennungs- und Versagensängsten. In einer fremden Umgebung verweigert er die Kommunikation. Er beginnt sein erstes Sandbild vom Schoß seiner Mutter und lässt ein Schiff in Seenot geraten. Es wird von einem hungrigen Hai bedroht. Leon ist so vertieft in das Sandspiel, dass er bald den Schoß seiner Mutter verlässt, um das Sandbild fertig zu bauen. Er gestaltet ein Ufer mit einem Dorf und einem Hafen, dessen Kaimauer dicht an das Schiff heranreicht. Er ist nicht mehr ganz allein auf hoher See. In der zweiten Stunde ist es für Leon bereits möglich, den Therapieraum ohne seine Mutter zu betreten. Er baut einen „unzerbrechlichen“ Berg, der im Meer liegt. Zunächst beschäftigt er sich eine Weile mit den Gefahren der Insel. Am Ende genügen ihm wenige Minuten, um auch für diese Situation ein gutes Ende zu finden. Auf dem Weg zur achten Stunde fragt Leon, warum er noch zur Therapie kommt, wo doch seine Ängste verschwunden sind. (Quelle: Brächter, Wiltrud, Geschichten im Sand. Grundlagen und Praxis einer narrativen systemischen Spieltherapie. Heidelberg 2010, Carl-Auer Verlag, S. Ralf Holtzmann, S. 37 f.)

Bettina Schilling, Diplom-Psychologin und Diplom-Pädagogin hat bereits viele positive Erfahrungen mit dieser Therapieform, die seit einigen Monaten in der Herborner Beratungsstelle zum Einsatz kommt, gemacht. „Erwachsene in der Lebensberatung sagen zu den von Ihnen aufgestellten Sandbildern beispielsweise „so habe ich das noch nie gesehen“ oder „ich kann selbst kaum fassen, was hierbei rausgekommen ist, dass ich mich selbst so darstelle“. Entscheidungen, die zuvor als außerordentlich schwierig empfunden wurden, erscheinen plötzlich sonnenklar. Für Kinder ist der Ansatz deshalb besonders geeignet, weil das Spiel die Sprache des Kindes ist und ich mich so leichter mit den Kindern austauschen kann,“ so Bettina Schilling. J. - 9 Jahre - berichtet in den Sandbildern erstmals über lange unausgesprochene Ängste, wodurch diese bewältigt werden können. N. – 12 Jahre – findet in den Symbolfiguren Verbündete, die ihn bei der Bewältigung schulischer Probleme unterstützen können und L. – 18 Jahre – ist erstaunt, wie hilfreich „im Sand spielen“ auch in ihrem Alter sein kann.

Aufgrund der bislang erzielten sehr guten Ergebnisse wird bereits im September diesen Jahres eine weitere Fortbildung für die Mitarbeiter der Beratungsstelle durchgeführt, um den Einsatz der Therapie weiter ausbauen zu können. Die bislang durch den Einsatz der Therapie entstandenen Kosten wurden aus Spendengeldern der Stiftung FAMILIE LEBEN beglichen.

 

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