Mobbing im Kindergarten

Artikel Dillzeitung, 20.09.2013

Artikel Herborner Tageblatt 13.10.2013

Pressemitteilung, 28.08.2013

Mobbing beginnt bereits im Kindergarten - Herborner Beratungsstelle, als Impulsgeber, um Alltagsprobleme zu lösen

Über 300 Kontakte verzeichnet die Herborner Beratungsstelle jährlich in der Familien- und Erziehungshilfe. Die Mitarbeiter der Beratungsstelle unterstützen Kinder und Jugendliche sowie auch Erwachsene und Paare in besonderen Krisen- und Konfliktsituationen.

Eine solche besondere Beratungssituation hat kürzlich eine junge Familie aus dem Herborner Umland erlebt. Die junge Familie hat zwei Kinder (ein zweijähriges Mädchen und einen fünfjährigen Jungen). Die Mutter sucht mit ihrem Sohn Luca (Name geändert) die Beratungsstelle auf, weil er seit einiger Zeit nachts von Angstträumen geplagt wird. Deshalb ist er am nächsten Morgen unausgeschlafen und bekommt wegen Kleinigkeiten Wutanfälle. Außerdem weigert er sich strikt in den Kindergarten zu gehen und nässt auch tagsüber wieder häufiger ein. Es bedarf morgens eines zweistündigen Kampfes zwischen Mutter und Sohn, bis Luca endlich im Kindergarten ist. Unter dieser Situation beginnt nun auch die jüngere Schwester zu leiden. Die aufgrund der Situation nervlich beanspruchte Mutter wendet sich schließlich an die Herborner Beratungsstelle.

Die Beraterin der Herborner Beratungsstelle nimmt Kontakt mit dem Kindergarten auf, um sich ein Bild von der dortigen Gruppensituation zu machen, es werden eine Reihe von Elterngesprächen und für Luca einige Spielstunden vereinbart. Der regelmäßige Beratungskontakt erstreckt sich über 6 Monate. Luca lernt mit Unterstützung von Eltern und Erzieherin auf andere Kinder zu zugehen, eigene Wünsche zu äußern und sich auseinanderzusetzen, speziell mit einem Jungen aus seiner Gruppe, vor dem er Angst hatte. Die neu gewonnenen Fähigkeiten helfen ihm, sich wieder wohl zu fühlen im Kindergarten, er schläft besser und die Wutausbrüche reduzieren sich. Somit entspannt sich auch die ganze Familiensituation nach und nach. Die Eltern geben Luca zudem mehr Verantwortung für sein „Trockenwerden“. So hat Luca erfahren, dass er diesen Prozess in seinem eigenen Tempo steuern kann.

Anlässe, über die Kinder in Konflikt geraten, gibt es viele. Auch wenn die Eltern solche Konflikte eher als unangenehm empfinden, so sind sie doch für die Kinder ein wichtiges und notwendiges soziales Lernfeld. Im Falle von Luca war es so, dass sein Selbstwertgefühl unter dem Konflikt mit dem Jungen enorm gelitten hat. Hinzu kamen psychosomatische Beschwerden wie Albträume und Einnässen. Daher war es wichtig und richtig, dass die Mutter sich an die Beratungsstelle gewandt hat. Nicht nur Luca hatte den Lerneffekt, dass er sich behaupten und durchsetzen musste. Auch der andere Junge hat gelernt, dass er seinen Willen nicht immer durchsetzen kann und vor allem hat er gelernt, dass er keine Macht über Luca hat. Die Grundformen des Mobbings treten nämlich bereits im Kindergarten auf. Dazu gehört beispielsweise die emotionale Erpressung. Die Kleinen drohen dann mit Sätzen wie „Dann bist Du nicht mehr mein Freund!“. Die Eltern waren sehr aufmerksam und haben frühzeitig die Reißleine gezogen. Davon hat Luca enorm profitiert.

„Das Beratungsteam versteht sich als Begleiter in schwierigen Konfliktsituationen und als Impulsgeber, Alltagsprobleme selbst zu lösen. Ziel der Arbeit der Beratungsstelle ist es, das Selbstbewusstsein der Ratsuchenden aufzubauen und zu stärken, sodass diese wieder in die Lage versetzt werden, die Ursachen auftretender Konflikte zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren“, so Karl-Heinz Ruhs Dekanatssynodalvorstand sowie Vorstand der Stiftung FAMILIE LEBEN. Manchmal geht es nur um ein oder zwei orientierende Gespräche, an deren Ende eine Bestärkung in dem eingeschlagenen Weg oder eine Weitervermittlung stehen kann. Oft ist aber eine Reihe von Beratungsgesprächen nötig, um neue Schritte zu erarbeiten, wie im Falle von Luca. Finanziert wird die Arbeit der Beratungsstelle von der EKHN, vom Lahn-Dill-Kreis und von der Stiftung FAMILIE LEBEN, die 1997 eigens dafür gegründet wurde. Die Stiftung ist heute mehr denn je auf Spenden angewiesen, da die steigenden Anforderungen an Beratung, Ausstattung und Therapie Sparzwängen des Kreises und der EKHN gegenüberstehen.

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