Hilfreicher Austausch

Hilfreicher Austausch: Wenn das Problem klar umrissen ist

Die Herborner Beratungsstelle bietet künftig zur Einzelberatung auch begleitende Gruppen an

Herborn (hjb). Die Evangelische Beratungsstelle reagiert auf die steigende Nachfrage mit neuen Gruppenangeboten für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Paare. „Der Bedarf nach professioneller Beratung bei familiären Problemen wachse weiter an“, sagt der Leiter Dirk Crone in Herborn. Alle sechs bis acht Monate analysiert die Herborner Beratungsstelle den Bedarf. Nun werde an neue kreative Formen der Beratung gedacht.

In der Einzel-Paarberatung treten oft ähnlich lautende Probleme auf: Viele Paare haben das Gefühl, dass ihre Ehe gefährdet sei, weil sie sich nicht mehr viel zu sagen haben. Einer der Partner hat eine außereheliche Beziehung. Oder: Seit das Kind auf der Welt ist, scheint es, dass sich die Paare auseinander gelebt haben. Wie kommen wir wieder zusammen? Manchmal sind es subjektive Gefühle, die aus mangelndem eigenem Selbstwertgefühl, zu einer veränderten Wahrnehmung und Beurteilung der Partnerschaft führen. Daher will die Beratungsstelle Paare mit ähnlichen Fragestellungen zu einer Gruppenberatung einladen. „Wir denken mit kreativen neuen Angeboten der Nachfrage gerecht zu werden und wollen Interessierten die begleitende Paargruppe anbieten“, so Dirk Crone.

Die begleitende Gruppen-Paarberatung wird die Einzel-Paarberatung nicht ersetzen, sondern es wird ein Zusatzangebot sein. Die Idee ist, mit insgesamt vier Paarberatern (mit jeweils zwei männlichen und zwei weiblichen Beratenden) eine Paargruppe mit insgesamt sechs Paaren zu betreuen. In der begleitenden Paargruppe soll Paaren mit ähnlichen Fragestellungen die Möglichkeit zum Austausch untereinander gegeben werden.

Ein weiteres Angebot, so Dirk Crone, richte sich an Kinder und Jugendliche von Eltern, die in Scheidung leben: „Die Beratung von so genannten Trennungs- und Scheidungskindern spielt nach wie vor in unserer täglichen Arbeit eine große Rolle. Fast jede zweite Ehe wird geschieden, schlimm ist dies vor allem für die Kinder, denn sie geben sich oft die Schuld an der Trennung. Daher diskutieren wir derzeit die Neuauflage einer Gruppe für Trennungs- und Scheidungskinder. Voraussetzung für diese Gruppe ist, dass wir mindestens drei bis vier Kinder in der Einzelberatung bereits kennengelernt haben, die vom Alter her zusammen passen. In der Gruppe geht es vor allem darum, den Kindern zu vermitteln, dass ihre derzeitige Lebensform eine neben vielen anderen ist“, sagt der Psychologische Leiter. Ihre Fragen werden aufgegriffen, der neue Umgang mit den geschiedenen Eltern in den Blick genommen und nach den eigenen Perspektiven für die Zukunft gefragt. Die Kinder lernen in der Gruppe voneinander und unterstützen sich wechselseitig. Das Gruppenangebot dauert 12 Wochen, ein wöchentliches Treffen dauert etwa 1,5 Stunden. Zusätzlich gibt es bei Bedarf individuelle Beratungstermine mit den Eltern.

Künftig soll es auch eine offene Gruppe für Erwachsene geben, die unterstützend und zusätzlich zur Beratung in Lebensfragen und Krisen angeboten werde. „Immer wieder stehen Lebensfragen plötzlich im Raum, die Erwachsene mit anderen erwachsenen Menschen teilen“, sagt Dirk Crone, „daher mache eine offene Gruppe zu gemeinsamen Themen durchaus Sinn“. Allerdings, fügt er an, die Gruppen finden sich erst nach einer gewissen Anzahl von Einzelberatungen. Also dann, wenn ein Problem klar umrissen und erkannt wurde. Mögliche Themen könnten Sinnfragen, Depression, das Gefühl einer fehlenden Akzeptanz am Arbeitsplatz, der Verlust eines lieben Menschen oder das Gefühl von Einsamkeit und verschiedener Ängste sein. Dirk Crone: „Ziel der offenen Gruppen ist es, sich mit anderen auszutauschen, die sich in einer ähnlichen Lebenssituation befinden.“

An vornehmlich weibliche Jugendliche (ab 15 Jahren) richtet sich ein weiteres Angebot der Evangelischen Beratungsstelle Herborn. „Die Pubertät wird von jedem anders durchlebt“, sagt Dirk Crone, „und der Eintritt ins Erwachsenenleben vollzieht sich nicht ohne Probleme“. In der Einzel-Beratung tauchen immer wieder Themen wie Identifikations- und Ablöseproblematiken, Selbstzweifel, Umgang mit dem anderen Geschlecht, Essstörungen, Ritzen oder Suizidgefährdung auf. „Wir möchten für die jungen Frauen eine spezielle Gruppe einrichten, in der sie zusätzlich zur notwendigen Einzelberatung eine weitere Unterstützung erfahren sollen“, erklärt Dirk Crone.

 

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