Hilfe, mein Kind nervt

Hilfe, mein Kind nervt

Anstrengend empfundenes Verhalten von Kindern (z.B. Streit unter Geschwistern, permanente Störungen bei Telefonaten der Eltern oder Unterhaltungen im Allgemeinen, nicht warten können, ständiges Nörgeln usw.)- können Eltern endlos Nerven kosten. Meist zunächst als Nebenthema in die Partnerschafts- und Erziehungsberatung eingebracht, stellt sich oft heraus, dass kindliches Verhalten Eltern so viel Kraft kostet, dass Ehe- und Familienleben darunter leiden. Es ist dann die Aufgabe der Mitarbeiter der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche in Herborn, gemeinsam mit den Eltern zu erarbeiten, welche Möglichkeiten es gibt, "nervendes" Verhalten auf ein angemessenes Maß zu reduzieren.

Die Eltern von J. (7) beklagen sich, dass er überhaupt nicht gehorche - er nerve ohne Ende, mache was er wolle und höre nicht auf sie. Eine Beraterin der Herborner Beratungsstelle lädt die gesamte Familie zu einem ersten Gespräch ein. Als die Familie in der Beratungsstelle eintrifft, muss sie noch eine kurze Wartezeit in Kauf nehmen. J. findet einen Stapel Malblätter in dem Wartezimmer und beginnt zu malen. Nach ca. 10 Minuten zieht er es vor, die Hand in ein ihm angebotenes Getränk zu tauchen und das bemalte Blatt damit zu beschmieren. Seine Eltern reagieren heftig und mit ironischen Bemerkungen. Beider Tonfall ist halb ernst, halb ironisch und bleibt ohne Wirkung: J. reagiert nicht im Geringsten, sondern weicht in aller Ruhe weiter das Blatt mit Trinkwasser ein.

„Beide Eltern sind unsicher, was Erziehung betrifft. Sie wissen nicht, wie weit sie in die Aktionen des Kindes eingreifen dürfen, ohne es fürs Leben zu schädigen", so die zuständige Beraterin der Herborner Beratungsstelle. Aus dieser Unsicherheit reagieren sie teils sehr heftig, teils mit Ironie. In mehreren Sitzungen erarbeitet die Beraterin mit den Eltern gemeinsam, was sie am Verhalten des Kindes genau stört und welche Gefühle durch das Verhalten bei ihnen ausgelöst werden. So war es der Mutter bspw. peinlich, dass J. im Wartezimmer die Hand ins Wasserglas gesteckt hat. Danach definieren die Eltern für jede Situation, was sie abstellen möchten. Sie berücksichtigen dabei, was J. aufgrund seines Alters bereits versteht, was nicht. Nachdem beide Eltern wissen, was sie ändern möchten, erarbeiten sie gemeinsam mit der Beraterin alternative Handlungsstrategien: Welche Gefühle löst das betreffende Verhalten bei mir aus? Hilft eine klare Ich-Botschaft? Wie sollte diese lauten? Sind entsprechende Handlungen nötig, wie z.B. das Entfernen des Wasser-Glases? „Das Beispiel mag extrem klingen, aber viele Eltern, die unsere Beratung in Anspruch nehmen, sind einerseits verunsichert über ihre Verantwortung für die Erziehung des Kindes und haben andererseits Schwierigkeiten damit Grenzen zu setzen und klare Ich-Botschaften zu formulieren“, so Dirk Crone, Leiter der Beratungsstelle.

Hintergrund: Die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche in Herborn ist bereits seit über 30 Jahren eine Institution im Lahn-Dill-Kreis, an die sich jährlich mehr als 300 Familien wenden. Die Beratung erfolgt unabhängig von Nationalität und Konfession und vor allem kostenfrei .Seit Januar dieses Jahres beteiligt sich das Team auch an der virtuellen Online-Beratung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. Auf deren Seiten gibt es speziell für Jugendliche und Eltern die Möglichkeit, Fragen zu stellen oder Probleme zu schildern. Der Service ist kostenlos und völlig anonym. (www.bke-elternberatung.de und www.bke-jugendberatung.de). Seit 1997 wird die Beratungsstelle durch die Stiftung FAMILIE LEBENideell und finanziell unterstützt. Der Name FAMILIE LEBEN steht für eine qualifizierte Beratung, die das Leben von Familien mit Problemen erleichtern soll. Die Stiftung verfolgt als alleinige Zielsetzung die finanzielle Unterstützung der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche in Herborn. Die Stiftung engagiert sich somit für Menschen, die Hilfe brauchen.

 

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