Beruf und Familie

Pressemitteilung, Dienstag, 16. Februar 2010

Nicht einfach, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen

Die Kirchengemeinde Hörbach thematisierte beim Frauenfrühstück den Spagat von Beruf und Familie

Herborn-Hörbach (hjb). Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Arbeit eines Psychchologen waren am vergangenen Samstag Thema beim Frauenfrühstück in Hörbach. Vor 70 interessierten Frauen hat nach einem reichhaltigen Frühstück Dirk Crone, der Leiter der Evangelischen Beratungsstelle Herborn, die Arbeit der kirchlichen Einrichtung im Dekanat Herborn vorgestellt. Ein Teil der Angebote wird von der Stiftung FAMILIE LEBEN mitfinanziert, erklärte Nieke Arendt in einem zweiten Teil des Vortrags. Wie wichtig die Arbeit der Stiftung inzwischen geworden ist, wurde ebenfalls deutlich. Auf Nachfrage von Pfarrer Thomas Gessner sagte die Fundraiserin, die Spendeneinnahmen brachen 2009 mit der Wirtschaftskrise um 40 Prozent ein. Die Stiftung muss nun verstärkt auf sich aufmerksam machen, wenn zukünftig die Beratungsangebote aufrecht erhalten werden sollen. Vor den Frauen warb die Fundraiserin um Unterstützung. Als junge berufstätige Mutter berichtete Arendt von ihren Erfahrungen: es ist nicht immer leicht, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen.

Die Diplom-Kauffrau und Mutter eines siebenjährigen Sohnes sagte: „Es gibt viel zu organisieren, besonders dann, wenn die Schule wegen Schneefall ausfällt und das Kind betreut werden muss, aber die Grosseltern vierzig Kilometer entfernt wohnen“. Der Spagat von Beruf und Familie kann zu Belastungen und Spannungen in der Familie führen, Hilfe von aussen will die Evangelische Beratungsstelle Herborn Betroffenen anbieten. So gebe es neben der Beratung zusätzliche Angebote für junge Eltern, um sie bei den „Ersten Schritten“ im Umgang mit ihrem Nachwuchs zu begleiten. Der von einer Sozialpädagogin angeleitete Austausch in der Gruppe sei kostenlos, wenn auch nicht kostenfrei. Die Projekte der Beratungsstelle werden inzwischen aus Mitteln der Stiftung FAMILIE LEBEN finanziert, da öffentliche und kirchliche Gelder rückläufig seien. „Wir suchen Freunde und Förderer, die unser Anliegen teilen und Familien hier vor Ort unterstützen wollen“, sagte Arendt. Neben den frühen Hilfen werden Konzentrationstrainings für Schulkinder und deren Eltern sowie individuelle Beratungen für Kinder und Jugendliche angeboten. Im zurückliegenden Jahr gab es 334 Neuanmeldungen, die meisten Anfragen erfolgten zu Familien- und Erziehungsfragen, in 75 Fällen wurde Paarberatung geleistet und in 38 Fällen wurde die Einzelfall-Beratung aufgesucht.

Die Nachfrage an allen Angeboten wachse, aber nicht jedem kann sofort geholfen werden. Sechs bis acht Wochen dauert es bis die Nachfragenden einen ersten Termin bei einem der fünf Beraterinnen und Berater erhalten. „Das dauert zu lange, wenn wirklich Hilfe notwendig ist“, echote es aus dem Plenum. Dem stimmte Leiter Dirk Crone auch zu, aber das fünfköpfige Team kann nur das leisten, was es schon tut. Um zusätzliche Dienste anzubieten wäre die Beratungsstelle auf zusätzliche finanzielle Unterstützung angewiesen. Oder auf zusätzliche ehrenamtliche Kräfte. „Ich sehe hier ein großes Potential an rüstigen Großeltern“, sagte Dirk Crone und bat um Mithilfe: „vielleicht kann der ein oder andere Entlastung anbieten. Manchmal sind es einfache Hilfen, die junge und berufstätige Familien brauchen“. Dem Leiter der Beratungsstelle schwebt ein ehrenamtliches Hilfsnetzwerk vor Augen, das in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirchengemeinde Hörbach oder der dortigen Kindertagesstätte installiert werden könnte.

Die anwesenden Frauen verfolgten sehr aufmerksam die kurzweiligen Vorträge und konnten ihre Fragen stellen, beispielsweise in wie weit die Psychologische Beratung auf christliche Ansätze zurückgreift oder wie freiwillig die Klienten die Beratung aufsuchen. Dirk Crone sagte, die Beratungsstelle stehe in kirchlicher Trägerschaft und verfolge psychologische Ansätze. Sie erfülle die öffentlichen Auflagen der Jugendhilfe. Unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Beratungsstelle sei auch ein Pfarrer, sie böten sich Ratsuchenden als therapeutische Gesprächspartner an. „Beten ist eher die Ausnahme“, sagte Crone schmunzelnd. Das Team habe ein christliches Weltbild. Die Klienten, die zu 60 bis 70 Prozent als „freiwillige Selbstmelder“ zur Beratungsstelle kämen, suchten eine fachliche Analyse und Begleitung, um Auswege aus verzwickten Lebenslagen zu finden. Die individuelle Beratung und Begleitung von Einzelfällen sei wie die Erziehungsberatung für die Ratsuchenden kostenlos.

Im Kirchspiel Hörbach findet einmal im Jahr neben dem Adventssingen auch ein gemeinsames Frauenfrühstück statt. Über die große Resonanz war Pfarrer Thomas Gessner sehr erfreut. Trotz Schnee und Glätte hatten viele Frauen aus den zum Kirchspiel gehörenden Orten Guntersdorf und Hirschberg den Weg nach Hörbach auf sich genommen. Gessner wies auf die Spendendose für die Stiftung FAMILIE LEBEN hin und schloss sich den Wünschen von Nieke Arendt an, indem auch er den anwesenden Frauen einen guten Nachhauseweg und ein „schönes Rest-Wochenende“ wünschte. 162, 50 Euro haben die Frauen für die Stiftung FAMILIE LEBEN gespendet.

Bild:
Mit Gitarre zu Beginn den Gesang begleitet: Pfarrer Thomas Gessner konnte am vergangenen Samstag beim Frauenfrühstück Dirk Crone, den Leiter der Evangelischen Beratungsstelle Herborn, und Fundraiserin Nieke Arendt in Hörbach begrüßen.
FOTO: BECKER-VON WOLFF

 

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